Im Land der tausend Obstbäume

Volldicht unter´m Birnenbaum
entschwebt meinem Hirn ein Traum
aus vielen bunten Fantasien
die über die Netzhaut wie ein Mantra ziehen

Grotesk absurde Traumgestalten
die sich nun im Raum entfalten
sich in meinem Schädel zweigen
mir die Bilder meiner Seele zeigen


Volldicht unter´m Pflaumenbaum
spür´ ich meinen Daumen kaum
Bin nicht mehr so zäh wie Leder
bin nun leicht, wie eine Feder

Spüre kaum noch mein Gewicht
schwebe langsam durch das Licht
Mein Körper ruht am Baum und bleibt
Mein Geist schwebt nun durch Raum und Zeit

Volldicht unter´m Marillenbaum
ess´ ich Haschischjoghurt mit Vanilleschaum
das mich gleich viel dichter macht
wenn die Sonne lichter lacht

Wenn Sonnenstrahlen lustig flirren
Gedanken wie kaputte Teller klirren
Wenn sich Herz und Hirn umschlingen
und wie verliebte Vögel singen

Unterm erbsengrünen Spättagshimmel,
wo Feuersbrünste tanzen durch die Glieder,
wo Länder sich entrollen ohne Ende,
die immer Anfang sind und pfeifen auf die Logik
und Verstand,
möcht sitzen ich mit Dir, die ich nicht kenne, die ich
nie sah, die´s niemals gab.
Möcht melken ich die Lust aus Deinen Brüsten und
gießen meine Freude in Dein Herz.

Volldicht unter´m Weichselbaum
tu ich auf die Deichsel schauen
des Wagens, der vom Himmel lacht
mittlerweile wurd´ es Nacht

Mittlerweile kamst Du zu mir
Die Venus leuchtet über Dir
Doch Du bist mein Lieblingsstern
Ich liebe Dich, ich hab´ Dich gern

Volldicht in Deinen zarten Armen
spür´ ich Deinen nahen warmen
Atem über meiner Haut
hör Dein Herz, es pocht so laut

Ich spring´ in Deine schwarzen, stillen
vom Haschisch riesigen Pupillen
Ich schwimm´ in Deines Wesens Kern
Ich liebe Dich, ich hab Dich gern

Wenn spät der Abend kommt,
gebenedeit und sanft
und ruhig das Hoppelhäschen schläft im Schoß der
Erde immergrünen Samt,
möcht sterben ich in Deinem Arm, den ich nicht
kenn, den ich nie sah, den´s gar nicht gibt.

Und Sterne werden meine Augen,
und Winde werden meine Seufzer,
und mein Herz gebiert den Palmenbaum,
den ich nie sah, den ich nicht kenn, den´s gar nicht gibt.

Und später, wenn der Morgen graut,
bläst aus die Sterne Deines Atems Wind,
und Augen fallen herab auf mich,
und neu seh ich den neuen Tag,
den ich nie sah, den ich nicht kenn, den´s gar nicht gibt.

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Rücktritt statt Rückschritt